Der Messy Bun sieht nach zwei Minuten und keiner Mühe aus – genau das ist die Kunst dahinter. Ich habe diesen Look so oft selbst getestet, dass ich mittlerweile genau weiß, an welcher Stelle die meisten zu fest ziehen und sich damit den lässigen Effekt kaputt machen. Diese Anleitung zeigt dir den Weg über einen tiefen Pferdeschwanz, ganz ohne Hitze und ganz ohne Vorkenntnisse.
Die Basis: glatt nach hinten, ohne Fransen

Bevor überhaupt ein Gummi ins Spiel kommt, entscheidet dieser erste Handgriff über das ganze Ergebnis. Die Haare werden mit dem Kamm glatt nach hinten gebürstet und im Nacken gesammelt, so wie auf dem Foto zu sehen. Wichtig ist hier weniger die Perfektion als die Richtung: Der Kamm sollte konsequent von der Stirn zum Nacken geführt werden, nicht in kurzen Stößen, sonst entstehen später kleine Ausreißer an den falschen Stellen.
Meiner Erfahrung nach lohnt es sich, das Haar vorher leicht anzufeuchten oder mit etwas Trockenshampoo zu arbeiten, wenn es sehr fein und glatt ist – frisch gewaschenes Haar rutscht sonst schneller aus dem späteren Dutt heraus. Bei welligem oder lockigem Haar kannst du diesen Schritt ruhig etwas lockerer angehen, da die Struktur später sowieso für den Messy-Look sorgt.
Der tiefe Pferdeschwanz als Fundament

Jetzt kommt das Haargummi ins Spiel, und zwar tief im Nacken, nicht auf halber Kopfhöhe. Das ist der entscheidende Unterschied zum klassischen hohen Dutt: Ein tiefer Ansatz wirkt automatisch erwachsener und weniger sportlich. Auf dem Foto siehst du gut, wie die Hände den Zopf recht locker zusammenhalten, bevor das Gummi greift.
- Höhe: etwa auf Höhe des unteren Haaransatzes, knapp über dem Nacken
- Festigkeit: straff genug, dass nichts herausrutscht, aber nicht so fest, dass die Kopfhaut zieht
- Gummi-Wahl: ein einfaches, dünnes Haargummi ohne Metallteil, um Knicke zu vermeiden
Wer sehr dichtes Haar hat, sollte hier ruhig zwei Gummis übereinander verwenden, damit der Zopf später beim Eindrehen nicht wieder aufgeht.
Locker eindrehen statt straff ziehen

Der Pferdeschwanz wird nun locker eingedreht, wie im dritten Bild zu sehen. Locker ist hier das Schlüsselwort, denn genau das unterscheidet den Messy Bun vom strengen Ballerina-Dutt. Ich drehe die Länge meist nur ein- bis zweimal um sich selbst, nicht straff wie einen Faden, sondern eher wie ein loses Seil.
Ein Dutt, der zu fest gedreht ist, sieht aus wie gebügelt – und genau das wollen wir hier nicht.
Skip-Hinweis: Wenn dein Haar sehr fein ist und wenig Halt hat, kannst du vor diesem Schritt eine kleine Menge texturierendes Salzspray verwenden. Das ist optional, verändert aber nichts an der Grundtechnik selbst.
Um die Basis wickeln: hier entsteht der Dutt

Die eingedrehte Länge wird jetzt locker um die Basis des Zopfansatzes gelegt, wie auf dem vierten Foto zu erkennen ist. Das ist der Moment, in dem aus einem Zopf tatsächlich ein Dutt wird, und viele ziehen genau hier zu fest. Lass lieber ein paar Millimeter Spiel, dann wirkt die Form später organischer statt gepresst.
Die Hände sollten das Haar eher führen als fixieren – die eigentliche Haltearbeit übernehmen gleich die Nadeln. Bei dickem, schwerem Haar kann es sein, dass sich die Form nach dem Loslassen etwas lockert. Das ist normal und kein Zeichen für einen Fehler, sondern genau der Grund, warum wir im nächsten Schritt fixieren.
Spitzen unterstecken für einen sauberen Abschluss

Die Haarspitzen werden nun um den entstandenen Dutt herum unter das Haar gesteckt, so wie im fünften Bild gezeigt. Das verhindert, dass kleine Enden lose herausstehen und den Look eher unordentlich als absichtlich locker wirken lassen.
- Enden einzeln greifen statt alle auf einmal, das gibt mehr Kontrolle
- Unter den Dutt schieben, nicht darüber legen, damit sie später von den Nadeln erfasst werden
- Nicht glattziehen – ein leichter Knick in den Spitzen gehört zum Messy-Charakter dazu
Dieser Schritt dauert oft am längsten, weil man mit beiden Händen gleichzeitig arbeitet. Etwas Geduld hier zahlt sich später beim Fixieren aus.
Fixieren mit Haarnadeln – nicht mit Gewalt

Jetzt kommen die Haarnadeln zum Einsatz, die auf dem Foto bereits bereitliegen. Sie werden über Kreuz in den Dutt gesteckt, das hält deutlich besser als parallel gesetzte Nadeln. Zwei bis vier Nadeln reichen meist aus, mehr braucht es bei den meisten Haardichten nicht.
Die Nadel wird dabei mit der gewellten Seite nach unten in den Dutt geschoben, so greift sie mehr Haar und rutscht seltener heraus. Wer merkt, dass der Dutt trotzdem wandert, hat meist zu wenig Haar mit der Nadel erfasst, nicht zu wenig Nadeln verwendet – ein häufiger Denkfehler, den ich selbst lange gemacht habe.
Der Messy-Effekt: Strähnchen lockern

Erst jetzt, im siebten Schritt, wird der Dutt tatsächlich messy. Einzelne Partien werden vorsichtig aus dem fertigen Dutt gezupft, vor allem an den Seiten und am Ansatz, wie auf dem Foto zu sehen. Das ist der Schritt, den viele aus Angst vor Chaos weglassen – zu Unrecht, denn ohne ihn wirkt das Ergebnis eher wie ein klassischer, straffer Dutt.
Ich ziehe meist mit den Fingerspitzen kleine Strähnen locker heraus, nie mehr als einen Zentimeter pro Stelle. Bei feinem Haar reicht oft schon das Zupfen an zwei oder drei Stellen, bei dickerem Haar darf es ruhig mehr sein. Wichtig: Die Nadeln bleiben dabei fest sitzen, gezupft wird nur das lose Deckhaar.
Das fertige Ergebnis von hinten

Im letzten Bild siehst du das Endergebnis: ein tiefer, leicht unregelmäßiger Dutt mit einzelnen losen Strähnen am Ansatz, die dem Ganzen Bewegung geben. Genau diese Unregelmäßigkeit ist der Punkt – kein Haar liegt exakt symmetrisch, und das ist bei diesem Look ausdrücklich erwünscht.
Wer den Halt über den Tag testen möchte: Ein leichter Sprühschutz mit mattem Finish auf die losen Strähnen hilft, ohne den Look zu glätten. Das ist aber ein optionaler letzter Handgriff, kein Muss.
So entsteht aus einem einfachen Pferdeschwanz in wenigen Minuten ein Dutt, der bewusst unperfekt aussieht – und genau darin liegt sein Reiz. Probier die Reihenfolge ein paar Mal aus, bis das Eindrehen und Stecken in den Fingern sitzt, dann geht es beim nächsten Mal fast von allein.

- Werkzeug

Gut zu wissen: eure Fragen
Wie lange hält ein Messy Bun ohne nachzustecken?
Mit zwei bis vier Nadeln über Kreuz hält der Dutt meiner Erfahrung nach problemlos einen ganzen Tag, solange die Nadeln genug Haar erfassen und nicht nur eine dünne Strähne halten.
Funktioniert diese Anleitung auch bei kurzem Haar?
Ab Schulterlänge klappt der tiefe Pferdeschwanz meist noch gut, darunter wird das Eindrehen schwierig, weil zu wenig Länge für den Wickel um die Basis übrig bleibt.
Muss ich Hitze oder Stylingprodukte verwenden?
Nein, die gesamte Technik kommt ohne Hitze aus. Trockenshampoo oder ein mattes Textur-Spray sind optionale Helfer, aber kein notwendiger Bestandteil des Ablaufs.







